In eigener Sache: Information zur Weiterführung des Musiksalons Erfurt


Liebe Vereinsmitglieder, Freunde und Interessenten des Musiksalons Erfurt, liebe Künstler!

Die im Betreff genannte Frage beschäftigt mich als Hauptverantwortlichen des Musiksalons Erfurt schon seit Anfang des Jahres, da mich die Hauptverantwortung für die Organisation und Durchführung des Konzertbetriebes trotz vieler am Rande helfender Hände und vor allem nach dem tragischen Tod meiner Frau Heidi zeitlich völlig überfordert hat. 30-40 Wochenstunden ehrenamtlicher unbezahlter Arbeit können eben nicht über Jahre und Jahrzehnete hinweg geleistet werden, ohne dass wesentliche andere Dinge des persönlichen Lebens auf der Strecke oder zumindest liegen bleiben: Eine Großfamilie mit 8 Enkelkindern, für die der Opa auch Zeit und Freiheit der Zeiteinteilung braucht, ein seit der Krankheit und dem Tod meiner Frau eben auch wegen der ständigen Arbeit für den Musiksalon nicht aufgelöstes Planungsbüro und letztlich die seit Frühjahr dieses Jahres und noch bis Jahresende dauernde Sanierung sowie Wiedernutzbarmachung meiner im November 2017 ausgebrannten Wohnung, die seither ständig meine regelrechte persönliche Bauleitung erfordert – ganz abgesehen vom Wunsch, immer wieder auch mal die eigene persönliche Freizeit zu genießen, wie es eigentlich für jeden Pensionisten (der ich ja selbst auch bin) selbstverständlich ist!

Aus diesen Gründen und da mir aber der Weiterbestand des Musiksalons in zumindest ähnlicher Form auch ein persönliches Anliegen ist, habe ich schon seit letzten Herbst Interessenten gesucht und mit einem dieser Interessenten bereits seit Anfang dieses Jahres konkrete Verhandlungen geführt. Eigentlich sollte das Ergebnis bereits seit Mai fixiert sein, aber leider ließen sich die Vorstellungen des Interessenten und die für den Musiksalon und mich wichtigen Rahmenbedingungen trotz aller Bemühungen bisher nicht auf einen Nenner bringen. Die daraus resultierenden monatelangen Unklarheiten über das Zustandekommen einer „Übergabe“ bzw. Weiterführung haben mich leider auch gehindert, Sie alle bereits viel früher als jetzt über den „Stand der Dinge“ zu informieren. Denn was konkret hätte ich Ihnen mitteilen sollen, wenn immer noch alles im Fluß ist? Da der Betrieb des Musiksalons aber eigentlich bereits in einem Monat hätte wieder starten sollen, sehe ich mich im Einvernehmen mit dem Vereinsvorstand und mit heute (31.8.) verpflichtet, Sie alle über den Stand der Dinge und die Möglichkeiten bzw. die Zukunft des Musiksalons im Umfang der folgenden Punkte zu informieren:

  1. Mein persönlicher Hauptmietvertrag für die Räume läuft nur noch bis 31.12.2018, also bis Jahresende. Diese Zeit wird benötigt, um entweder doch noch einen Interessenten (oder eine Gruppe von Interessenten) zu finden sowie dann die Übergabe durchzuführen oder um die Räumung bzw. die komplette Auflösung des Bestandes zu bewerkstelligen, also den Verkauf und den Abtransport der Möbel sowie des kompletten Inventars. Ab 1.1.2019 werde ich definitiv nicht mehr Mieter der Räumlichkeiten sein, sodaß auch das bisherige Untermietverhältnis des Musiksalons nicht länger als bis zum Jahresende dauern kann.
  2. Ab sofort können in den Räumen des Musiksalons keine Konzerte oder andere öffentliche Veranstaltungen mit Organisationsbedarf mehr durchgeführt werden, da mir die ehrenamtliche Tätigkeit dafür ab sofort und aus o.g. Gründen absolut unmöglich ist. Es können aber die Räume bis Weihnachten bzw. bis Mitte Dezember für privaten Klavierunterricht und Musikproben, private Vorspielstunden, die Vorspielstunden des Konservatoriums (wie bisher) und private Veranstaltungen ohne Organisationsbedarf (=reine Vermietung der Räume) genutzt werden.
  3. Interessenten an einer gemeinnützigen oder kommerziellen „Weiterführung“ des Musiksalons biete ich (per sofort oder auch bis längstens zum Jahresende) die Übernahme des gesamten darin befindlichen Mobiliars bzw. Inventars samt Tonanlage, Beleuchtung und Gebrauchsmobiliar (wie in der Künstlergarderobe) zur Zeitwert-Ablöse i.H.v. € 20.000,– an, damit das Ambiente und die Funktionalität der Räume gewahrt bleiben; ausgenommen davon sind die darin befindlichen Musikalien bzw. familiären Dokumente, ein historisches Pianino im ersten Raum und der Quartetttisch sowie der hölzerne Notenständer im zweiten Raum und der Schimmelflügel – dieser könnte alternativ aber auch zum Zeitwert von € 13.000,- übernommen werden. Und über Zahlungsmodalitäten könnte bei entsprechenden Sicherstellungen verhandelt werden. Desweiteren würde ich an solche Interessenten auch gerne – das Einverständnis aller Betroffenen vorausgesetzt – die umfangreiche e-Mail-Adressensammlung des Musiksalons (Mitglieder, Interessenten, Künstler, Medien) weitergeben, ebenso die schon bisher für den Herbst von Künstlern angefragten Termine bzw. Konzertinteressenten!
  4. Gemäß einer schriftlichen und gültigen Zusage der Hauseigentümer/-Verwaltung könnte ein kündtiger Hauptmieter nach mir die 3 Räume (ca. 145 m² zzgl. externes Mitbenutzungsrecht an 3 WC-Zellen) „zu gleichen Konditionen“ mieten, also ohne Erhöhung des Mietzinses oder sonstige Verschlecherung der Vertragsbedingungen. Für einen gemeinnützigen Verein als Nachmieter fiele sogar die Mehrwertsteuer weg, sodaß die Miete um ca. € 200 billiger als derzeit würde. Sie beläuft sich dzt. samt Betriebskosten und Heizung sowie 20% Mehrwertsteuer auf ca. € 1.877,– je Monat, für gemeinnützigen Vereine würde sie sich auf ca. € 1.680,– reduzieren (einschließlich von Ausgleichszahlungen an die Hauseigentümer wegen dort verminderter Steuerabschreibung). Der „Einstieg“ neuer Mieter wäre übrigens im Einvernehmen mit mir jederzeit möglich, also auch deutlich früher als zum 1.1. nächsten Jahres!
  5. Die Refinanzierung der o.g. Miete über anteilige Konzert- und Veranstaltungseinnahmen sowie über Migliedsbeiträge war „unser“ bisheriges ehrenamtliches Konzept, das sich immer noch gerade ausgegangen ist (unter Einbeziehung einer € 5.000,– betragenden Jahresförderung des Grazer Bürgermeisteramtes, womit die Mieten über den Sommer hinweg überwiegend gedeckt waren – wobei eine Weitergewährung dieser Subvention bei ähnlichem Konzept wie bisher durchaus erwartbar wäre!). Gäbe es altruistisch eingestellte Mitbürger, die den Grazer Kulturbetrieb in gleicher Weise wie meine Frau und ich über 16 Jahre ehrenamtlich bereichern wollen, könnte der Musiksalon in dieser gleichen Weise wie bisher oder ähnlich weitergeführt werden. Möchte jemand hingegen lieber kommerziell agieren und z.B. einen GF finanzieren, ergibt sich zur Refinazierung ein Bedarf an wesentlich höheren Einnahmen als bisher (ca. 40 durchschnittlich von 30-40 Personen besuchte Konzerte pro Saison von Oktober bis Juni), der nur durch wesentlich mehr Veranstaltungen sowie wesentlich bessere Auslastungen und daher nur über umfangreiche Werbung erfüllbar wäre. Oder über wesentlich höhere Mitgliedsbeiträge oder Spenden oder ein bisher nie erreichbar gewesenes Großsponsoring durch eine potente Firma…..

Diese 5 o.g. Punkte sollen – durchaus auch im Sinne einer Interessentensuche – Ihrer sachlichen Information über die Rahmenbedingungen einer vielleicht doch noch (durch wen immer) mögllichen Weiterführung des Musiksalons als (behördlich genehmigte!) Veranstaltungsstätte dienen. Sollten Sie danach Lust auf ein ehrenamtliches oder kommerzielles Engagement für dieses Anliegen verspüren oder jemand anderen dafür geeignet halten (und ihn von dieser Möglichkeit informieren), so kontaktieren Sie mich bitte telefonisch (oder per SMS) unter 0676-3059843 oder per eMail (als Antwort auf dieses mail an die Adresse des Musiksalons). Ich hoffe und teile diese Hoffnung sicher auch mit Ihnen, dass sich noch umsetzbare Lösungen für die zumindest näherungsweise Weiterführung des Muisksalons finden und verbleibe

mit freundlichen Grüßen für den Musiksalon Erfurt
Dipl.-Ing. Hans-Jochen Wigand