23. März 2018 – Joseph HAYDNS “Die SIEBEN LETZTEN WORTE unseres ERLÖSERS am KREUZE“ – Passionskonzert mit Moderation


Freitag, 23. März 2018 um 19:30 Uhr

Joseph HAYDNS “Die SIEBEN LETZTEN WORTE unseres ERLÖSERS am KREUZE“

Passionskonzert mit Moderation

Streich-QUARTETT con FUOCO:
Henriette HOFMANN – 1. Violine
Myroslava KUCHER – 2. Violine
Irma SERVATIUS – Viola
Olena MISHCHII – Violoncello

Eintritt: bei tel. Vorbestellung 19,– /Abendkassa 22,–
Mitglieder ermäßigt 12,–/ Studenten/Schüler 10,–
KARTENRESERVIERUNG unter:
Tel./SMS/Box 0699/12197373 oder musiksalon.erfurt@gmx.at

Die Biographien der Künstlerinnen und eine Einführung in das Werk finden Sie hier:

Henriette Hofmann

Geboren in Graz; erster Violinunterricht mit 6, erster Klavierunterricht mit 10 Jahren. Ihre weitere musikalische Ausbildung im Fach Musikerziehung absolvierte sie 2003 mit Auszeichnung an der KU Graz. Weiters studierte sie Germanistik an der KF Uni Graz. Ab 2003 folgten Studien für Instrumentalpädagogik und Konzertfach Violine bei Prof. Helfried Fister am KONS Klagenfurt: IGP-Diplom 2004, künstlerisches Diplom 2008. Sie besuchte internationale Meisterkurse bei Ernst Kovacic, Christos Polyzoides und Mintcho Mintchev in ganz Europa und wirkte bei Jugendorchestern u.a. bei den Erler Festspielen, dem European Youth sowie dem European Master Orchestra mit.
Seit 2005 ist sie als freiberufliche Kammermusikerin, Orchestermusikerin und Solistin tätig. Tourneen führten sie nach Deutschland, Italien, Slowenien, Ungarn und China. Als Solistin sind die zeitgenössische Uraufführung des 4. Violinkonzertes von A. Wallner 2004 und die Aufführung des Beethoven-Violinkonzertes 2012 erwähnenswert. Zwischen 2004 und 2008 folgten Orchesterproduktionen mit dem Kärntner Symphonieorchester bzw. dem Stadttheater Klagenfurt. Seither arbeitet sie regelmäßig mit Orchestern zusammen, u.a. mit dem Wiener/Budapester Johann Strauß Orchester, das regelmäßig durch China tourt.
Als Künstlerin widmet sie sich intensiv der Kammermusik mit Schwerpunkt auf Duo, Trio und Streichquartett. Das Kultivieren des kammermusikalischen Klanges in Übereinstimmung mit neuen Interpretationen und die musikalische Vielfalt sind ihre besonderen Anliegen. Lehrtätigkeit als Instrumental- und Musikpädagogin seit 2005 sowie als Germanistin seit 2011. Henriette Hofmann spielt auf einer Cremoneser Violine von Eva Marino aus dem Jahr 2008.

Myroslava Kucher

wurde in Ternopil, Ukraine, geboren. Mit sieben Jahren begann sie ihre Musik-Karriere. Sie lernte in Ternopil in der „Kunstschule I. Gereta“ und ab 2006 am „Musik-College S. Kruschelnytska“. In den Jahren 2010-2015 besucht sie die „Nationale Musikakademie der Ukraine M. Lysenko“ in Lemberg, wo sie ihr Masterstudium im Fach Violine bei T.Kaskiv und R.Zakopets absolvierte. Seit 2016 lebt sie in Graz. Hier studiert sie an der KUG Violine Konzertfach, bei Prof. Priya Mitchell. Myroslava Kucher ist Preisträgerin diverser Kammermusik-Wettbewerbe in der Ukraine (Odessa, Lemberg).
In den Jahren 2011-2015 war sie Mitglied des Jugendkammerorchester „Academy“ und hat mit weltbekannten Musikern und Musikerinnen wie Y. Baschmet, O. Tretiakow, J. Mikitka, A. Brusilowsky, L. Maisky, A. Bielow, dem Schymanowsky-Quartett und vielen Anderen zusammengearbeitet. Myroslava Kucher nahm an vielen Meisterkursen teil. Sie bekommt zahlreiche Einladungen und tritt regelmäßig in verschiedenen Besetzungen (Orchester, Quintett, Quartett, Trio, Duo) bei Veranstaltungen und Konzerten in Graz wie auch außerhalb auf.

Olena Mishchii

wurde in Kiew, Ukraine, geboren. Mit sechs Jahren begann sie ihre Musik-Karriere. Sie lernte in Kiew in der Spezialmusikschule für begabte Kinder N.V. Lysenko und ab 2005 an der Nationalmusikakademie P. I. Tschaikowsky. Als junge Cellistin war sie bereits Mitglied des Nationalrundfunkorchesters der Ukraine und Substitut der Nationaloperette. Seit 2007 lebt sie in Graz, wo sie ihr Masterstudium im Fach Cello bei Kerstin Feltz sowie Kammermusik bei Chia Chou an der Kunstuniversität Graz absolvierte. Olena Mishchii ist Preisträgerin diverser internationaler Wettbewerbe. Sie bekommt zahlreiche Einladungen und tritt regelmäßig in verschiedenen Besetzungen (Orchester, Quartett, Trio, Duo, Solo) bei Veranstaltungen und Konzerten in Graz wie auch außerhalb auf. Zudem ist sie als Musiklehrerin tätig. 2010 nahm sie als Artistin des Austrian Pavillons an der Weltausstellung „EXPO 2010“ in Shanghai, China teil und war in der Saison 2015/16-16/17 eingeladene Musikerin beim Schauspielhaus Graz.

Irma Servatius

wurde im Bundesstaat New York, USA, geboren und wuchs in der Nähe von Boston auf.
Sie ist eine ausgebildete Bratschistin, die sich musikalisch in allen Epochen bewegt. Irma erhielt ihre Ausbildung zur Konzertbratschistin an der University of Massachusetts at Lowell, wo sie 2006 mit dem Master abschloss. Sie engagierte sich schon während ihrer Ausbildung auf sozialer Ebene und erteile Kindern aus nicht privilegierten Familien Musikunterricht. Diese Erfahrung motivierte sie, am “Worcester Symphonic Project” mitzuarbeiten, welches jugendlichen Talenten ermöglicht, mit Berufsmusikern im öffentlichen Rahmen aufzutreten. Aktuell entwickelt die Künstlerin ihre eigenen Interpretationen mit sorgfältig durchdachten, neuen Ideen in Übereinstimmung mit historischen Aspekten der Werke und moderner Bratschenkunst. Am liebsten spielt Irma neu entdeckte Stücke vor einem Publikum, das für Neues und Unkonventionelles aufgeschlossen ist.
Der tiefe, weiche Klang einer Viola hat im Ensemble eine wichtige, verbindende Funktion: Er hält die Gruppe zusammen, so wie Musik die Menschen verbindet. Irma spielt auf einer Bratsche, die 2008 von Marten Cornelissen speziell für sie gebaut wurde und ihrem hohen Anforderungsprofil entspricht.
2015 ist Irma wegen der Musikkultur von Boston nach Graz gezogen und konnte sich schon bald als freiberufliche Bratschistin in der Grazer Szene integrieren und etablieren, gefragt als Solistin, Kammermusikerin und im Orchester. Unter anderem arbeitet sie mit der “Musikproduktion Höflich” zusammen, für die sie Einführungen für Ausgaben von Musikraritäten schreibt. Aus dem typischen “klassischen Rahmen” tritt sie mit United Intonations auf – ein in Graz gegründetes Streichquintett mit sofortigem internationalen Erfolg. Die Künstlerin tritt regelmäßig in unterschiedlichen Besetzungen auf und gestaltet so die Grazer Musiklandschaft wesentlich mit.

 

Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ von Joseph Haydn

Bei Haydns Passionsmusik „ Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ (Hoboken XX/1B) handelt es sich um eine Auftragskomposition aus dem Jahr 1787, die Haydn zunächst für Orchester, aber noch im selben Jahr für Streichquartett und als Klavierauszug komponierte und die im selben Jahr vom Artaria-Verlag in Wien verlegt wurde. Er handelt sich um ein Auftragswerk des Priesters Dr. Jose Saenz de Santamaria, Marques de Valde-Inigo aus dem spanischen Cardiz für die Karfreitagsprozession im Jahr 1787. Das Werk wurde tatsächlich zu diesem Termin in der Kapelle Santa Cueva, die zur Pfarrkirche Santa Rosario gehört, aufgeführt, könnte aber schon an anderen Spielorten in alternativer Besetzung zu einem früheren Zeitpunkt zur Aufführung gelangt sein, worauf Haydns Abschriften des Werkes hindeuten. Der Auftrag verlangte kurze Instrumentalsätze, die als Meditationsmusik im Wechsel mit den sieben letzten Worten Christi und deren Deutung vorgetragen werden sollten. 1796 entstand Haydns gleichnamiges und bekanntes Oratorium für Soli, Chor und Orchester. Das Werk ist in sieben einzelnen Sätzen aufgebaut, die die Überschrift „Sonate I-VII“ tragen, mit Einleitung und Nachspiel. Beigefügt sind die sieben letzten Worte bzw. Sätze Jesu am Kreuze in lateinischer Version. Im Oratorium allerdings dienen nur diese 7 Sätze als Überschrift.

Der Streichquartettversion ist folgender Text zugrunde gelegt:

Die sieben letzten Worte/Sätze Christi am Kreuze:

L’Introduzione (Maestoso ed adagio)

Sonata I (Largo):
Pater, dimitte illis, quia nesciunt, quid faciunt – „Vater, vergib ihnen, denn Sie wissen nicht, was sie tun.“

Sonata II (Grave e cantabile):
Amen dico tibi: hodie mecum eris in paradiso – „Fürwahr, ich sag es dir: Noch heute wirst Du mit mir im Paradies sein.“

Sonata III (Grave):
Mulier, ecce filius tuus, et tu, ecce mater tua! – „Frau, hier siehe deinen Sohn und du, siehe deine Mutter.“

Sonata IV (Largo):
Deus meus, Deus meus, utquid dereliqusti me? – „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Sonata V (Adagio):
Sitio – „Mich dürstet.“

Sonata VI (Lento):
Consummatum est – „Es ist vollbracht.“

Sonata VII (Largo):
In manuas tuas Domine, commendo spiritum meum – „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“

Il terremoto (Presto e con tutta la forza)

Die verschiedenen Versionen dürfte entstanden sein, um dem Werk zu mehr Popularität zu verhelfen.